Donnerstag, 6. Oktober 2011

Einmal Kambodscha und zurück bitte!

Nachdem ich im September leider sehr nachlässig geworden bin mit meinen Blogeinträgen, da ich in der Schule und auch außerhalb echt viel um die Ohren hatte, versuche ich nun meinen Schreibmarathon im Wetttippen um die Zeit fortzuführen und euch auf den neuesten Stand zu bringen, bzw. alte bereits fast vergessene Ereignisse, die hier noch nicht beschrieben wurden, aufzuschreiben. 

Am 22.09. war es endlich so weit - Martin erreichte pünktlich um 20:40 Uhr zum mittlerweile dritten mal den Bangkoker Flughafen und keine 20 Minuten später hielt ich ihn endlich wieder in meinen Armen. Franzi hatte mich zum Flughafen begleitet und somit war sie die erste, die Martin kennen lernte. Nachdem Martin uns durch seine vor Hunger leidenden Augen angesehen hatte, beschlossen wir, noch auf dem Flughafen etwas zu essen. Da denkt man sich nun - oh mein Gott, dass ist doch viel zu teuer, aber da hat man den Geheimtipp von Franzi nicht bedacht. Ich kenne mich ja nun aufgrund meine zahlreichen Besuche auf dem Flughafen dort recht gut aus und kenne eben auch einen Foodcourt, in den so gut wie keine Touristen essen gehen, da sie davon nichts wissen. Dort ist ein Essen nicht viel teurer als bei uns auf dem Markt und so entschlossen wir, uns dort den Magen so richtig vollzuhauen. Martin war sowieso schon ganz heiß auf das thailändische Essen und so freute er sich, als sein Wunsch "Reis mit Fleisch" in Erfüllung ging und folgender Teller mit Ente vor ihm erschien.
Danach ging es dann im Eiltempo nach Hause zu mir, da wir ja vor hatten, am nächsten Tag bereits früh in einen kleines Abenteuer zu starten. Kurze Erklärung dafür: Ich habe hier in Thailand ein Non-immigrant Visum ED multiple entries, was so viel bedeutet wie, ich darf hier für maximal ein Jahr (so lange die Gültigkeit dieses Visums) so oft ein und aus reisen und in Thailand meinen Freiwilligendienst absolvieren (das fällt auch unter Ausbildung, deshalb ED für education). Obwohl dieses Visum insgesamt ein Jahr gültig ist, heißt das aber nicht, dass ich in diesem Jahr auch dauerhaft in Thailand sein darf. Ich muss alle 90 Tage ausreisen und dann wieder einreisen, um sozusagen einen weiteren Stempel zu sammeln. Es war bei mir eben mal wieder nötig, dass ich ausreise, da mein Teilvisum ansonsten vor den nächsten Ferien abgelaufen wäre.
Jeder normale Tourist bekommt bei der Einreise nach Thailand 30 Tage und danach muss er oder sie auch erst einmal wieder einreisen. Diese Angaben gelten für die Einreise per Flugzeug. Für die Touristen gibt es dann noch die Eingrenzung, dass sie bei der Einreise per Bus oder Bahn, also über den Landweg, nur 15 Tage bekommen. Das ist in meinem Fall jedoch egal und da Martin insgesamt nur 10 Tage hier in Bangkok sein konnte, mussten wir das auch bei ihm nicht bedenken. 
Also ging es für uns am Freitag, später als ursprünglich vorgehabt, um kurz nach 10 los zum Hualamphong, dem Hauptbahnhof Bangkoks. Dorthin kamen wir mit dem Taxi und dem Airport-Link, einer extra Hochbahnstrecke, die vom Flughafen direkt in die Stadt führt. Endlich angekommen haben wir dann noch den Foodcourt vor Ort getestet und für ok befunden und sind dann schnell in unseren Zug gehüpft. Für grandiose 48 THB ging es dann nach Aranyaprathet, die letzte Stadt vor der thailändischen Grenze. Jeder der den aktuellen Wechselkurs kennt, weiß, dass das knapp 1 Euro ist. So eine Abzocke ;)
Nein da steht auf Thai NICHT Bangkok, sondern Krung Thep, so der eigentliche Name Bangkoks.
 Bangkok heißt eigentlich Krung Thep und zählt mit dem am längsten vollständig ausgeschriebenen Stadtnamen als Spitzenreiter.
Hier der Beweis, dass es ne Weile dauert, den vollständigen Stadtnamen zu sagen!!!

Die Fahrt mit dem Zug dauerte knapp 5 1/2 Stunden und somit hatten wir genügend Zeit, um viele schöne Bilder von Land und Leuten im und um denZug herum zu machen. Dabei nutzte ich meine Chance, ein paar Bilder mit Martins toller Spiegelreflex-Kamera zu schießen, da ich mit meiner Kiste natürlich nicht solche Bilder hinbekomme. Hier nun also ein paar Ergebnisse, die bei dieser Zugfahrt entstanden sind.

 Als wir am frühen Abend in Aranyaprathet ankamen regnete es leider leicht, sodass wir uns im Sprühregen auf die Suche nach einer Transportmöglichkeit zur Grenze machten. Während wir so umhersahen, sprach uns ein Typ an, der wie sich schnell herausstellte auch Deutscher auf Jahresurlaub war. Sven, so der Name des 28-Jährigen, wurde kurzer Hand in unsere Suche eingebunden und so zogen wir zu dritt zu einem Tuk Tuk, dass uns zur Grenze brachte. Den Versuch, uns ein viel zu teures Visum in seinem eigenen Office anzubieten, ließ sich der Fahrer nicht nehmen, aber wir ließen uns davon nicht beirren, da ich mich vorher informiert hatte, worauf man alles achten sollte. Und so machten wir uns zu Fuß die letzten hundert Meter auf den Weg immer in Richtung Kambodscha. An der Grenze angekommen reisten wir erst einmal aus Thailand aus und landeten dann im Niemandsland, wo mehrere Casinos ihren Platz gefunden hatten. Durch diese Grenze hindurch gekommen wurden wir in ein extra Haus gebracht, in dem wir unsere 20 USD-Visum bekamen. Dann ging es ab über die kambodschanische Grenze und dann ging auch das Deja-Vu los. Ich kam mir wirklich vor wie in Indien. Leider war das für mich nicht der beste erste Eindruck. Gemeinsam mit Sven suchten wir uns ein Quartier für die Nacht und fanden diese dann auch in einem Hotel. Für 6 USD hatten wir im Endeffekt einen wunderbaren Single-Room (ja ganz recht: zu zweit in einem Singleroom). Der war, witziger Weise, paarfreundlicher mit einem Doppelbett eingerichtet, als die Doppelzimmer (die hatten zwei getrennt stehende Betten). :)
 
 Am nächsten Morgen haben wir uns dann aufgerafft und haben uns das Örtchen noch ein bisschen angeguckt.

Es war leider kein gravierend anderer Eindruck als am Vorabend und so fanden wir nach ca. einer Stunde den Weg zurück zur Grenze und gingen zurück ins geliebte Thailand. Von dort ging es zurück nach Aranyaprathet und genossen dort noch ein leckeres Mittagessen, bevor es für uns zurück nach Bangkok ging.

 
Ich bin auf jeden Fall glücklich gewesen, wieder gemeinsam mit meinem Schatz in Bangkok zu sein und unsere gemeinsame Woche an der Schule starten konnte. Am Samstag haben wir uns dann noch eine leckere Pizza geholt und uns den wirklich schönen Film "Marley und ich" angeguckt.
Alle Details unserer gemeinsamen wirklich ereignisreichen Woche kommen später noch.
Ich hab euch lieb!!! Die Zeit vergeht echt wirklich wie im Flug.

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