Die Nacht war lang, ich konnte lange nicht einschlafen und las bis kurz nach zwei Uhr in meinem Buch. Heute früh wache ich auf - es ist ein schöner Tag, ein paar Wolken am Himmel, ein Lüftchen weht, kein Wasser in den Straßen. Also alles so wie in den letzten Tagen.
Ich stehe auf und mache mich beim Frühstück daran, stundenlang im Internet nach aktuellen Meldung über die Flutsituation zu suchen. Ich werde schnell fündig und was ich dort sehe und lese, verschlägt mir den Appetit...
Mittlerweile ist die Situation in Bangkok zu einem Geduldsspiel geworden. Jeden Tag hören wir unterschiedliche Meinungen von Freunden, Lehrern und aus den Medien. Was wird denn nun?
Ich stehe auf und mache mich beim Frühstück daran, stundenlang im Internet nach aktuellen Meldung über die Flutsituation zu suchen. Ich werde schnell fündig und was ich dort sehe und lese, verschlägt mir den Appetit...
Mittlerweile ist die Situation in Bangkok zu einem Geduldsspiel geworden. Jeden Tag hören wir unterschiedliche Meinungen von Freunden, Lehrern und aus den Medien. Was wird denn nun?
Aus einem Gespräch mit Sabine haben wir erfahren, dass bei einem der Lehrer bereits das Wasser über 50 cm hoch steht. Er wohnt im Norden Bangkoks, in der Nähe des regionalen Flughafens, der bereits aufgrund des Hochwassers geschlossen wurde. Dieser Flughafen war ein Evakuierungszentrum für mehr als 2500 Flüchtlinge - nun müssen sie wieder evakuiert werden, in ein neues Zentrum. Mittlerweile wurden auch viele Schulen, zu Evakuierungszentren erklärt.
Und was wird aus uns? Sabine rechnet damit, dass wir um eine Überflutung unserer Straßen nicht mehr herum kommen werden und wir alle Vorsichtsmaßnahmen nun noch einmal wirklich treffen sollen. Tja und dann? Heißt es wieder warten.
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| der Flughafen Don Muang - ein evakuiertes Evakuierungszentrum (tagesschau.de) |
Mona und ich sind also gestern zur Tat geschritten und waren noch einmal einkaufen. Naja, Wasser gibt es sowieso nirgends mehr, aber dafür habe ich mir noch ein paar Flaschen Limonade geholt, damit ich diese dann mit Wasser aus unserem Trinkwasserautomaten füllen kann.
So habe ich nun echt viel Trinken bei mir zu Hause und dann blieb da noch das Essensproblem... Tja was soll man im Notfall essen, wenn wirklich der Strom weg ist und man das Wasser aus der Leitung nicht nutzen kann, da man es ja sowieso nicht abkochen kann. Wir sind zu dem Entschluss gekommen, dass uns nicht viele "Speisen" übrig bleiben, doch Cornflakes kann man zur Not auch ohne Milch knabbern und Butterkekse machens zur Not auch. Naja und so sind wir nun mit Keksen und Cornflakes eingedeckt, die unsere Notrationen sind, falls wir uns nichts mehr draußen holen können.
So habe ich nun echt viel Trinken bei mir zu Hause und dann blieb da noch das Essensproblem... Tja was soll man im Notfall essen, wenn wirklich der Strom weg ist und man das Wasser aus der Leitung nicht nutzen kann, da man es ja sowieso nicht abkochen kann. Wir sind zu dem Entschluss gekommen, dass uns nicht viele "Speisen" übrig bleiben, doch Cornflakes kann man zur Not auch ohne Milch knabbern und Butterkekse machens zur Not auch. Naja und so sind wir nun mit Keksen und Cornflakes eingedeckt, die unsere Notrationen sind, falls wir uns nichts mehr draußen holen können.
In den Nachrichten hört man derzeit nur noch Gruselmärchen und so langsam spannt sich auch mein Magen an, wenn ich das lese. So weit ist es doch irgendwie alles nicht mehr weg. Der Königspalast, den ich vor nicht allzu langer Zeit noch mit Kerstin besichtigt habe, steht bereits unter Wasser und der Pegel im Chao Phraya steigt - unaufhörlich. In den Nachrichten liest man von Hochwasserprognosen um die 2,65 m - die Barrieren seien aber nur 2,50m hoch. Mona und ich gehen in Gedanken schon kleine "Notpläne" durch - wir haben uns große Bottiche auf dem Markt gekauft, um dort Wasser für die eventuell ausfallende Wasserversorgung zu haben. Wir überlegen uns schon, wie man das Wasser am besten nutzen kann, damit man so viel wie möglich, mit so wenig wie möglich Wasser machen kann und kleine Späße müssen auch sein - so haben wir uns überlegt, dass wir zur Not uns auch in diese Pötte reinsetzen können und durch die Gegend paddeln, um beweglich zu bleiben.
Denn auch Schlauchboote sind schon seit langem ausverkauft. Das einzige, was wir in dieser Richtung im Supermarkt noch gefunden haben, war ein kleines Kinderplanschbecken, was uns jedoch nicht so ganz passend vorkam. Zur Not bleiben wir in unseren Zimmer, knabbern Cornflakes, trinken unser Wasser und spielen "Stadt, Land, Fluss" bis uns entweder bewusst wird, wie makaber das in der derzeitigen Lage doch ist oder wir alles auswendig können.
Ein weiteres Problem, das zu der sowieso verheerenden Flut aus dem Norden dazu kommt, ist die derzeit für uns sehr ungünstige Konstellation von Mond und Sonne, sodass am Wochenende eine Springflut im Golf von Thailand erwartet wird. Aufgrund dieser zusätzlichen Wassermasse, die aus dem Süden gegen die Fluten aus dem Norden drückt, kann nicht mehr so viel Wasser aus dem Norden in den Golf abfließen, wie erhofft, was zu einer zugespitzten Situation gerade in der Gebieten rund um den Chao Phraya führen wird.(vgl. tagesschau.de) Die Situation ist dort sowieso am angespanntesten. Jörgen und May haben vor ca. einer Woche May's Eltern besucht, die dort in der Nähe wohnen und nun haben sie beschlossen, dass sie die gesamte Familie, die bereits in ihrem Haus nur noch auf den Tischen sitzen und schlafen konnte, bei sich aufzunehmen. Gestern sind sie eingezogen. Oft überlege auch ich, wie man nicht irgendwie helfen kann. Mir ist bis jetzt leider nichts eingefallen. Habt ihr eien Idee?
Die Regierung hat derzeit alle Bewohner in den unmittelbar betroffenen Gebieten aufgefordert, Bangkok zu verlassen und so strömen nun viele tausend Menschen in die umliegenden Städte nach Patthaya oder in den Süden. Raus aus Bangkok soll man - und wohin?
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| Bewohner Bangkoks packen ihre Sachen und gehen (tagesschau.de) |
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| ein überfüllter Busbahnhof in Bangkok (tagesschau.de) |
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| zugeparkte Highways (tagesschau.de) |
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| Autos vor den Fluten retten (tagesschau.de) |
In unserem sechsten Stock sind wir jedenfalls vor den Fluten in Sicherheit und unser Vermieter hat nun auch die Eingangstüren zumauern lassen, sodass wir durch unsere Sicherheitstür nur kommen, wenn wir über ein kleines Podest gekrabbelt sind. Ein bisschen komisch ist das alles schon...
Ich halte euch auf dem Laufenden und hab euch ganz doll lieb!





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