Sonntag, 4. September 2011

Regenzeit!

Wenn man ungefähr 50cm mit dem Auto im Wasser steht und alles um einen drum herum nur noch in Zeitlupe vorwärts kommt, da die Strömung immer stärker wird, es keinen Ausweg aus der Misere gibt, da es überall so aussieht und die Motoren drohen abzusaufen, da Wasser bis über den Auspuff steht, wo ist man dann... Genau! In Bangkok AUF EINER BRÜCKE, um in die Stadt rein zu fahren und zu feiern. 
Gestern, am 03.09., hatte Jörgen Geburtstag. Da die anderen Praktikantinnen sich am Freitagnachmittag kurz entschlossen aus dem Staub nach Koh Samet gemacht haben und ich dafür eine Stunde in der Schule übernommen habe, bin ich am Samstag ja wie bereits geschrieben schön noch im Sonnenschein Fahrrad gefahren. Abends, als wir dann gemeinsam mit May und ein paar anderen Freundinnen in eine Thaidiscothek gehen wollten, um Jörgens 51. auch gebührend zu feiern, spielte das Wetter nicht mehr ganz so mit.
Derzeit ist es vollkommen normal, dass es jeden Abend oder am späten Nachmittag regnet, aber was sich gestern über Bangkok ergoss, das habe ich noch nicht erlebt. Leider hatte ich meine Kamera nicht mit, sodass ich euch nur versuchen kann, die Situation so bildlich wie möglich zu schildern. 
Bereits als wir ins Taxi eingestiegen sind, stand das Wasser auf unserer Straße ein paar Zentimeter hoch. Also schnell rein ins Taxi und losgesaust... Tja denkst. Gesaust sind wir bloß bis zur nächsten Kreuzung und ab da ging es dann zum einen aufgrund des dichten Verkehrs nicht mehr so schnell voran und außerdem wurde der Regen auch immer stärker. Nach kürzester Zeit stand überall das Wasser und aus jeder noch so kleinen Vertiefung wurde ein kleiner See. So schoben sich die Autos auf dem Motorway durch die riesigen Wassermassen und ließen dieses dabei so nach rechts und links schwappen, dass man in dem nebenfahrenden Auto nichts mehr gesehen hat. Von über einem verlaufende Motorways haben ein paar Löcher, damit dort das Wasser ablaufen kann. Wenn man dann mit dem Taxi genau darunter fährt passiert es ab und zu, dass man sich wie in einem guten Horrorfilm extrem erschreckt, weil das Wasser mit einem enormen Knall und ganz schöner Wucht auf die Frontscheibe knallt und dann wie eine Kettensäge über das ganze Auto rollt, bis man endlich drunter durchgefahren ist. Zwischendurch wurden die Straßen dann auch mal wieder besser, sodass man dachte, dass es bald vorbei sei, doch dann die Überraschung. Als wir in die Straße einbogen, die zu der Discothek führte - war dort keine Straße mehr. Es war ein Fluss, anders kann man es nicht sagen...mit einer ganz schönen Strömung sogar. Die Strömung kannten wir bereits von den Brücken, denn dort hatten wir bereits das Problem, dass das Wasser, das von der Brücke nach unten floss, eine solche Strömung an den Enden der Brücke verursachte, dass fast nichts mehr ging. Die Thailänder haben es leider noch nicht so ganz raus, die Übergänge zu einer Brücke fließend zu machen und so gibt es oftmals am Anfang und am Ende einer Brücke eine Art Hügel und genau davor hat sich das Wasser gestaut und war zu einer kleinen Stromschnelle angeschwollen. Dort musste man mit einem Auto erst einmal durchkommen... Aber wie gesagt, das war alles noch kein Problem gegenüber dem, was dann kurz vor dem Ziel kam!
Aufgrund der plötzlichen Wassermassen mussten sich die auf einen Bus wartenden Menschen irgendwohin zurückziehen und was macht man da - man stellt sich auf die Sitze der Buswartehäuschen und steht, bis der Spuk vorbei ist oder man so nass ist, dass man sich auch direkt ins Wasser stellen kann und weitergeht. Und das meine ich wirklich ernst. Die Leute standen gequetsch, so viele nur gingen oben auf den Sitzen drauf, hielten sich aneinander fest und warteten ab. Der Rest der Bevölkerung, der sich noch auf den Straßen befand, war vermutlich in Taxen unterwegs, denn die gab es GEFÜLLT in rauen Mengen überall. Die schlichen dann durch die Flüsse und hofften inständig, dass die Motoren nicht aufgrund des einströmenden Wasser versagen würden. Vor der Discothek angekommen wurden wir dann mit Schirmen am Taxi abgeholt, sodass wir wenigstens nur von unten nass wurden.
Die Laune schwamm aber zum Glück nicht mit davon und so haben wir uns dann noch köstlich amüsiert. Eine Thai-Disco muss man sich übrigens anders vorstellen, als eine westliche, da das Partyvolk sich nicht auf einer großen Tanzfläche trifft und dann ungekonnt abzappelt, sondern ganz viele Tische bereit stehen, um die man sich gruppiert - oft sind einige auch schon vorher reserviert - und dann trinkt man an diesem Tisch, was ausgekippte Gläser und pitschnasse klebende Fußböden zur Seltenheit macht und tanzt an seinem Tisch bzw. in näherer Umgebung. Ich fand das gar nicht schlecht und werde bestimmt öfter noch mit May und Jörgen in eine solche Bar gehen. Gespielt wurde in unserem Floor live und natürlich auf Thai, was ich auch klasse fand. Ein weiterer Punkt, der Thai-Discotheken so anders macht - man findet so gut wie keine farangs hier. Das fand ich echt gut, da einem so aufdringliche Typen vom Leib blieben ;)
Hier also noch ein paar abschließende Eindrücke - aufgenommen von Mays Handy, deshalb die etwas miese Qualität...

 

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