Am letzten Dienstag (21.06.) war es endlich so weit. Es hieß für mich ab raus aus Bangkok, weg von den ganzen traurigen Gesichtern, die sich entweder auf die Reise nach Deutschland machten, um ihre Familien zu besuchen oder sogar wieder ganz zurück gingen, weg von meiner Erkältung, die ich mir leider in den letzten Schultagen noch eingefangen hatte und die mich ziemlich umgehauen und zu Bettruhe gezwungen hatten und aufs ins Abenteuer - ganz allein. Ja wirklich am Dienstagfrüh startete ich ganz allein ohne die andere Freiwilligen nach Koh Phi Phi, bzw. erst einmal nach Krabi, um einer Woche der Entspannung auf einer Insel zu haben.
Für alle nicht Ortskundigen... Koh Phi Phi liegt im Süden Thailands zwischen Phuket und Krabi. Schön in einem Marinepark gelegen befindet sich diese wunderschöne kleine Insel mit der kleineren vorgelagerten Insel Koh Phi Phi Lee, auf der auch der Film "The Beach" gedreht wurde.
Der Flug nach Krabi war vollkommen unspektakulär und dann ging es mit einem Shuttlebus ab an den Pier und von dort mit einer Fähre nach Koh Phi Phi. Bereits auf dieser Fähre lernte ich zwei deutsche Mädels kennen, die sich neben mich auf das Sonnendeck gesetzt hatten. Die beiden kommen aus der Nähe von Oberammergau und so hatten wir gleich einen Einstieg ins Gespräch. Da sie noch keine Unterkunft auf Koh Phi Phi gebucht hatten, folgten sie mir kurzer Hand in mein Resort und beschlossen, auch dort ein Zimmer zu nehmen. Das passte prima, da wir genau die Zimmer nebeneinander bekamen.
Hier mal ein paar Eindrücke von meiner Unterkunft... Bevor es dann richtig losgeht, mit den Erzählungen auf die ihr schon so lange wartet ;)
Am Dienstagnachmittag haben wir noch ein wenig zu dritt den Strand auf unserer Seite der Insel erkundet und für schön befunden, denn so im Abendlicht sieht fast alles schön aus. Hier bewahrheitete sich der schöne Ausblick aber auch am nächsten Morgen!!!
Und wen es dämmert, sieht das ganze so wunderschön romantisch aus (naja zugegeben, die Sonnenuntergangs-Einstellung beim Fotoapparat hat etwas mitgeholfen ;) )
Wir beschlossen noch an diesem Nachmittag, am nächsten Tag eine Tour zu der kleineren Schwesterinsel Koh Phi Phi Lee zu machen, da eben dort der berühmt berüchtigte "Beach" ist, von dem man nicht mehr loskommt, da er einen in seinen Bann zieht - naja, was das Fernsehen alles so draus macht.
Am Abend waren wir dann noch in dem Örtchen von Koh Phi Phi... Dort ging es sehr belebt zu. Fast wie in einem Partyort von Mallorca oder Koh Pha Ngan - viele junge Leute, meist Studenten, die sich eine Auszeit nehmen und ihr Jugend in vollen Zügen (flüssig und gasförmig) genießen. Naja, nicht so hundertprozentig mein Fall, aber wir fanden eine schöne Bar bzw. wurde von den angeheuerten Boys in ebendiese gelotzt. Diese "Roof-Top-Bar" namens Banana Bar erwies sich als sehr nett und so blieben wir dort und genossen die Musik, die Getränke und die bunten Neonfarben, die im Schwarzlicht leuchteten.
Wie kommt man aber nun zu diesem Beach...
Es gibt mehrere Möglichkeiten. Zum einen kann man - wie ungefähr 30 weitere Leute auch - eine Karte für ein Speedboot kaufen (wobei es natürlich nicht nur ein besetztes Speedboot gibt, sondern ungefähr 20) und dann in einer Art Massenabfertigung an verschiedenen Stränden zum Schnorcheln rausgelassen werden, um am Ende am "Beach" schön gemütlich direkt vor Ort am Strand ausgeladen zu werden,, seine Fotos zu schießen, mit den ganzen Menschenmassen drauf und dann wieder anzufahren... Das wollte wir nicht ganz so touristisch und so haben wir und ein Longtailboot zu viert gemietet und sind etwas persönlicher und mit einem Thai sprechenden Fahrer allein zu der Insel gefahren. Das war schon einmal das erste Abenteuer, da am Mittwoch ganz schöner Wellengang war, sodass wir bereits auf dem Weg zu der Insel nass waren, als wären wir eben gerade schwimmen gewesen. Bloß gut, dass wir uns am Tag vorher noch solche wasserdichten Tüten gekauft haben, in die wir unsere Kameras stecken konnten. Sonst wären sie mit Sicherheit baden gegangen. So ging es also durch ungefähr zwei Meter hohe Wellen zur Insel, wo beeindruckende, schroffe Felswände mit vielen Bäumen auf uns warteten. Inmitten dieser Landschaft stellte sich keiner von uns vor, dass man dort leben könnte, doch plötzlich tat sich vor uns eine riesige Höle auf, in der sich doch tatsächlich Leute angesiedelt hatten und dort anscheinend glücklich leben. Das ist schon beeindruckend gewesen.
Der Herr zu meiner rechten ist Bim (ja der Name ist richtig geschrieben). Er ist Däne und die beiden Mädels hatten ihn schon während ihres Aufenthalts auf Koh Pha Ngan kennen gelernt. Also sie ihn am Abend zuvor wiedergetroffen hatten, hatte er kurz entschlossen, dass er uns begleiten würde, da ihm der Ausflug wohl sehr viel Spaß gemacht hätte. Und für uns wurde es so etwas günstiger und nette Begleitung hatten wir ebenfalls, na was will man mehr...
Von dort ging es dann für uns weiter zu einer Bucht in der wir schnorcheln durften. Da denkt man sich ja erst einmal nichts weiter dabei und hüpft locker lässig ins Wasser, putzt seine Taucherbrille und will sie gerade aufsetzen, da beißt einen auf einmal etwas ins Bein. Ich habe richtig aufgeschrien, da ich mich so erschrocken habe und noch dazu tat es echt weh. Ich gucke also an mein Bein und sehe, dass es blutet, versuche wieder einen ruhigen Kopf zu bekommen, setze die Taucherbrille auf und gucke unter Wasser nach, was es gewesen sein könnte, da kommt das blöde Vieh auch schon wieder... Ja mich hat ein Fisch gebissen. Man glaubt es kaum, aber es ist wahr und ich kann euch sagen, die waren echt aggressiv. Sobald man sich nicht bewegt hat, haben die einen angeschnappt und so haben Verena und ich ein paar Bisse davon getragen.
Nichtsdestotrotz haben wir uns den Tag nicht verderben lassen und so ging es nach den ersten schönen Schnorchelgängen ab in die nächste Bucht. Von dort sollten wir dann zum sagenumwogenen "Beach" kommen. Aber wie genau... tja das wurde uns erst klar, als wir es sahen.
Stellt euch den oben beschriebenen Wellengang vor, eine schroffe Felswand an der sich eben diese Wellen mit einer ordentlichen Wucht brechen und genau dort eine kleiner Spalte im Fels, vielleicht zwei Meter breit über die eine Holzleiter führt. Um auf diese Leiter zu kommen muss man aber erst einmal schwimmen und ein Gerüst aus Gummireifen und dicken und dünnen Seilen hochklettern. Von der Ferne alles kein Problem, doch wenn man dann in dem Seilgerüst hängt, das hin und her schwankt, wenn die Wellen darauf einklatschen, nichts weiter an als einen Bikini oder eine Badehose - da kann es einem schon mal anders werden. Aber was half es, rein da und durch. Wir mussten uns echt gut festhalten, damit wir nicht von der Strömung der Wellen wieder vom Seil weggespült wurden und uns ebenso gut von den Felsen abstützen, wenn eine neue Welle anrollte, denn einige die es nicht taten, erkannte man noch Tage später ganz einfach. Wir haben so gut wie alles gesehen - aufgeschürfte Nasen, bandagierte Beine bis unters Knie, verbundene Füße oder einfach nur großflächige Pflaster, auch aufgeschürfte Rücken und Arme waren dabei. Da hat man echt gesehen, dass Sicherheit in Thailand was anderes heißt, als in Deutschland. Selbst kleine Kinder mit ihren Eltern sind dort rauf. Da war ich schon erschrocken. Das war auf jeden Fall Abenteuer pur. Ich konnte deshalb von dem ganze auch nur von der sicheren Seite ein Foto machen...
Alle waren erleichtert, als sie auf der anderen Seite an kamen. Manche, die mit einem Speedboot direkt am Strand rausgelassen wurden, kamen vorbei und wollte mal sehen, wo es dort hingeht - das waren dann immer die, die einen Rucksack dabei oder eben Sommerhüte auf hatten...
Naja glücklich, uns nicht verletzt zu haben, gingen wir dann auch endlich zu dem Strand der Strände...
Nach unserem paradiesischen Ausflug mussten wir ebenfalls durch dieses Nadelöhr zurück zu unserem Boot, wobei wir dabei mit den Wellen mehr Glück hatten, als hinzu.
Den krönenden Abschluss dieser Tour bildete der Besuch des Monkey Beaches. Dort saßen sie schon in den Bäumen und warteten...
Insgesamt war ein super Ausflug, der sich echt gelohnt hat. Danach war man aber auch gut fertig für einen Tag. Kann ich aber nur jedem empfehlen, der Bock auf Abenteuer und Romantik hat!!!
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