Donnerstag, 3. März 2011

back im Schulalltag

Gestern sind Nadine und ich das erste Mal in die Schule gefahren. Tja, aber wie stellt man das am dümmsten an, wenn man weder Buslinien kennt, noch Taxifahrern erläutern kann, wohin man will (Englisch verstehen die guten in unserer Straße ("Soi") nämlich nicht). Genau... Man fragt einen Abend vorher den thailändischen Freund von Laura, ob er einem den Schulnamen auf Thai aufschreiben kann, damit die Fahrer wissen, wohin man möchte. Was ist aber nun das beste Verkehrsmittel, dass sich in unserer Gegend anbietet? Tja, ein Fahrrad wäre ideal, dann hätten wir auch den Stress mit dem Übersetzen nicht, doch das haben wir noch nicht. Was sonst noch... Busse fahren sehr umständlich rum und brauchen aufgrund der meist verstopften Straßen in Bangkok viel zu lange. Ein Taxi lohnt sich erst ab 4 Personen, was also nun? Genau... man geht an die Kreuzung, wo eine kleine Soi (Gasse) auf eine größerer Hauptverkehrsstraße trifft und findet dort eigentlich immer und überall eine kleine Motorradstation, in der kleine nette Männer in orangenen Westen darauf warten, eben solche Damen und Herren wie Nadine und mich hin und her zu kutschieren. 
Dies ist nicht nur bei den vielen Touristen sehr beliebt, da es echt an eine Abenteuerfahrt grenzt, sondern eben auch bei den Einheimischen, da man schnell (und das ist nicht untertrieben, da sich die Fahrer durch jede Autolücke quetschen und ordentlich Stoff geben) und vor allem auch billig von A nach B kommt (für die Strecke von meinem Apartment zur Schule, die ungefähr 10 Minuten bis Viertelstunde dauert, bezahle ich 30 Baht, also nicht einmal 1 €).

ganz normaler Verkehr in Bangkok
eine Motorcy-Station

Endlich an der Schule bzw. dem riesigen Schulkomplex angekommen hieß es für uns erst einmal, dem Guard am Tor erklären, wo wir überhaupt hingehören und was wir auf dem Schulgelände treiben.
Nach einigen Versuchen ihm die Situation zu erklären schickte er und dann zu einem anderen Eingang an dem wir dann unsere Unterschrift hinterließen und dann frisch fröhlich übers Schulgelände laufen konnten. Die Swiss School ist nur ein ganz kleiner Teil auf diesem Campus. Das Gelände gehört eigentlich zu der RIS (Ruamredee International School). Damit ihr einen Überblick bekommt, wo ich mich auf dem großen Campus rumtreibe hier mal ein Screenshot aus Google.


Der gesamte rote Kreis umfasst das Gebäude der Swiss School. Der orangene Kreis kennzeichnet die Kantine und das grüne Ei ist der Eingang zu dem wir früh mit dem Motorcy gebracht werden. Man kann glaub ich ganz gut erkennen, dass die Schule nur einen geringen Teil des Geländes einnimmt. Die Schweizer Schule ist privat und hat nach einem langen Auswahlprozess den Platz auf diesem Gelände zugesichert bekommen, nachdem viele ausländische Schulen in Bangkok schließen mussten. Tja, Beziehungen zu den Leitern der RIS machen es möglich und so kann die Swiss School nun an diesem Standort bleiben. Es gibt insgesamt mehr als 80 weitere private Schulen in Bangkok, eine Anzahl, die man nur selten noch einmal auf solch einem Raum findet. Deshalb wird das vollständig Deutsch ausgerichtete System der Schule mit Englisch als erste Fremdsprache nun umgepolt, um sich noch attraktiver zu machen und auch mehr Thais in die Schule integrieren. Ab dem nächsten Schuljahr wird daher eine neue Klasse aufgemacht, die vorrangig Englisch spricht und Deutsch als erste Fremdsprache hat. Für die bereits eingeschriebenen Schüler derzeit ändert sich jedoch nichts. Für sie bleibt Deutsch die vorrangig gesprochenen Sprache an der Schule.
So viel nun also zum System der Schule, als kleiner Anschluss an mein Studium ;)

Ja, Nadine und ich haben dann erst einmal auf Herrn Halter gewartet und wurden in der Zeit mit ein paar typisch deutschen Formalitäten beschäftigt. Wir nutzten die Zeit ebenfalls, um uns einen kurzen Einblick in das Schulgebäude zu gönnen. Was soll ich euch sagen, selbst die Schulgebäude sehen im Ausland schöner aus. Das Gebäude ist vom Prinzip her sehr offen gestaltet, hat einen großen grünen Innenhof mit Regenwaldbaum und allem was dazu gehört und drum herum befinden sich die einzelnen Klassenzimmer, der Werkraum, die Bibliothek, der Musik- und Bewegungsraum und im unteren Bereich eben auch die zwei Kindergartengruppen.
Herr Halter nahm uns dann kurze Zeit in Empfang und machte uns erst einmal klar, dass sich an der Schule alle duzen. Tja auch typisch Schweizerisch. So ist er nun also für uns Daniel. Er hat uns dann erst einmal alles gezeigt und uns bei allen Lehrkräften vorgestellt. So viele Namen kann man sich auf Anhieb gar nicht merken. Aber alle sind sehr freundlich und haben uns in ihr Team schnell aufgenommen. Das die Schule eine Schweizer Schule ist, müssen mindestens 50 % der Lehrkräfte Schweizer sein (auf Genderkonformität sei einmal verzichtet ;)). Das ist sehr lustig in den Pausen im Lehrerzimmer, wenn alle ihren Dialekt rausholen. Wir haben aber auch einige thailändische, deutsche und amerikanische Lehrkräfte.
Nach der Vorstellung der vielen Personen und der einzelnen Räume wurden wir auch gleich ins kalte Wasser geschmissen und sind in die entsprechenden Gruppen gegangen. Dort wurden wir dann auch gleich voll eingesetzt. In meinem Fall hieß das Kindergartenbetreuung. Die Kinder sind supersüß und eigentlich auch ganz umgänglich. Ein paar Spezialfälle hat man ja immer drin. Ich bin jedenfalls ganz früh hier zu sein und nicht in der Administration. So lerne ich mal etwas kenne, mit dem ich sonst nicht so stark zu tun hatte. Nur im Babysitten konnte ich mich mit Kindern in diesem Alter ja schon ausprobieren. Die Kinder sind alle zwischen 3 und 5 Jahren alt und kommen eigentlich nicht aus den typischen Botschafterfamilien. Die meisten Kinder sind von Einwanderern, die nach Thailand aufgrund der Arbeit gezogen sind oder aber wegen der Liebe. Einige Familien haben hier auch eigene Firmen gegründet und können sich daher den Besuch der Privatschule leisten.
Nach den knapp zwei Stunden, die ich an diesem Tag in der Schule mitgeholfen habe, war ich aber auch ganz schön platt. Dann ging es in der größten Mittagshitze für Nadine und mich erst einmal zurück ins Apartment, wo wir auch erst einmal ins Bett fielen und noch ein bisschen Schlaf nachholen mussten. Denn schließlich heißt es ab Donnerstag jeden Morgen um 7:30 Uhr anfangen auf die Kinderlein aufzupassen und da muss man schließlich fit sein.
Am späten Nachmittag sind dann Jonathan, Benedikt, Laura, Nadine, Daniel (ein ehemaliger Freiwilliger von kulturweit, der derzeit während seiner Semesterferien auf der Durchreise nach Burma und Nordthailand hier Stop gemacht hat) und ich das erste mal in die Stadt gefahren. Da sind wir in einen Metro-ähnlichen Laden gegangen und haben uns Neue erst einmal mit dem ausgestattet, was eben in den Apartments noch fehlt, um sie auch ein bisschen wohnlicher zu gestalten. So fanden ein Duschvorhang, eine Duschmatte, mehrere Tupperdosen für Cornflakes etc. ein Wäscheaufhänger, Saft, Obst, Oreo-Kekse und ein Lüfter ihren Platz in meinem Apartment. Ja genau ein Lüfter... und das trotz Klimaanlage. Da die so viel Strom frisst und auf Dauer ganz schön teuer wird, haben sich bisher alle Freiwilligen einen Lüfter gekauft, da der die ganze Nacht durchlaufen kann und man am Ende weniger als ein Drittel im Vergleich zur Klimaanlage bezahlt. Außerdem war der für umgerechnet 7,50 € echt ein Schnäppchen.
Als wir dann endlich wieder zu Hause waren, haben wir es uns beim Pizzaessen in unserer Soi gut gehen lassen . Ja tierisch thailändisch, aber unsere Mägen müssen sich langsam daran gewöhnen und das musste halt einfach mal sein. Au7ch hier waren wir wieder die Schnäppchenjäger vom Dienst für weniger als 190 Baht pro Person (Umrechnung derzeit 1€ = 42 Baht). Naja oder auch nicht ganz so Schnäppchen, denn in den Garküchen kann man sich voll für mehrere Personen eindecken und bezahl am Ende nicht einmal 150 Baht. 
Dann ging es aber auch endlich ab ins Bett. In dieser Nacht noch bei Nadine, da ich noch nicht allein schlafen wollte.
So viel erst einmal zu meinem ersten Einstieg.




 
Der Donnerstag verlief ähnlich wie der Mittwoch, außer dass wir bereits 7:30 Uhr in der Schule sein sollten. Dann ging es in den Unterricht - Englische Stunde in der lustige englische Kinderlieder gesungen wurden.
Da ich euch jetzt nicht mit den Details meiner Kinderbetreuung nicht langweilen will, das kommt bestimmt später noch einmal, kommen hier mal ein paar Bilder von der Mensa und dem Kindergarten "Villa Kunterbunt".




Am Nachmittag haben es sich Nadine, Laura und ich in der Thai-Massage gut gehen lassen. Das ist ganz anders als eine Massage, die man aus Deutschlands Spa-Angeboten so kennt. Da wird man eher verdreht und gedehnt. Aber es war echt super. Die Damen dort haben wirklich mal meine Verspannungen raus bekommen, aber schmerzhaft ist es wie sau, aber danach geht es einem besser. 
Danach sind wir dann mit Jonathan zum Flughafen gefahren und haben unsere Dritte im Bunde abgeholt. Spannend war schon die Fahrt zum Flughafen... Wir waren kaum im Taxi drin, da fing es auch an wie aus Kannen zu schütten. Das fängt hier wirklich extrem schnell an. Die einzigen Anzeichen für Regen, sind schnell aufziehende dunkle Wolken und stark auffrischender Wind. Wenn es dann erst einmal regnet, dann regnet es wirklich extrem stark. Laura sagte uns an diesem Abend, dass es das stärkste Gewitter war, dass sie hier je erlebt hat. Der Strom fällt wohl öfter bei Gewittern mal aus, aber diesmal war er gleich über eine Stunde weg und es regnete in die Eckapartments rein. Als wir dann nach zwei Stunden Warten auf dem Flughafen mit Claire im Schlepptau zurück zu den Apartments kamen und Claire ihr Apartment ebenfalls im sechsten Stock beziehen wollte, stand dort und im Vorraum schon das Wasser. bei mir ist zum Glück alles trocken geblieben und ich hatte auch meine Fenster zu. 

Tja und damit war auch der Donnerstag dann vorbei. An diesem Abend habe ich dann auch das erste Mal in meinem Apartment allein geschlafen.

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