Freitag, 20. Mai 2011

Emma und Susi on Tour bzw. Adventure Tours Koh Tao (Teil 1)

Hallo ihr Lieben,

nun habe ich schon so lange nicht mehr geschrieben, dass ich kaum noch nachkomme, alles aufzuschreiben. und doch möchte ich versuchen, euch auf den neuesten Stand zu bekommen. Versprochen - von der Rundreise mit Martin, Mama und Papa (wenn auch schon wieder fast verjährt) werde ich auch noch zu Ende berichten.

Nun aber noch schnell ein Update jüngerer Art.

Vom 14.05. bis 17.05. hatten wir in Bangkok ein verlängertes Wochenende. Grund dafür - die Kompensation eines Feiertages in Kombination mit einem weiteren Feiertag. Also hatten wir schön den Montag und Dienstag frei. Da wir bereits seit einiger Zeit hier nicht mehr so wahnsinnig viel unternommen haben, beschloss ich für mich bereits eine Woche im Voraus, etwas zu unternehmen. Doch was... Das war gar nicht so einfach, da weder fest stand, wer alles mitkommen würde, noch wohin es uns verschlagen sollte (Isaan, also Land und Leute, Insel oder doch ganz wo anders). Für mich stand fest, dass ich das lange Wochenende gern auf einer Insel verbringen wollte, da man dort mal so richtig wie im Kurzurlaub die Seele baumeln lassen kann. Da wir damals ja aufgrund der Überschwemmungen unsere Reise in den Süden umbuchen mussten (ja ich weiß, auch diese Ausführungen fehlen noch), fiel mein Blick gleich auf die Inseln südlich von Bangkok auf der Höhe von Suratthani und Chumpon. Dort liegen, einige Stunden Fährfahrt voneinander getrennt, drei größere Inseln namens Koh Samui (Partyinsel und damit beliebtes Reiseziel aller Ausländer und Backpacker), Koh Pha Ngan (berühmt und berüchtigt für die Full-Moon-Parties) und Koh Tao (die Schildkröteninsel). Die ersten beiden Inseln konnte ich bei meinen Überlegungen sehr schnell ausschließen und nahm so Koh Tao näher ins Visier. Mittlerweile hatte sich auch Nadine dafür ausgesprochen, mich auf die Insel zu begleiten, egal wo es hin gehen würde. Auch Melanie war am Überlegen, entschloss sich jedoch, ihr Geburtstagwochenende lieber klein zu feiern und dem Stress des hin und her Fahrens zu entgehen. Auch Jonathan und Bene sagten schnell ab, um das Wochenende für Sport und Schneiderarbeiten (der Maturaball rückt immer näher und ich habe immernoch kein Kleid) zu nutzen. Laura und Ek überlegten selbst nach Isaan zu Freunden von Ek zu fahren und so blieben wir zwei Hühner übrig. Am Mittwochabend hatte ich dann endgültig beschlossen, dass es nach Koh Tao gehen sollte und machte mich an die Unterkunftssuche - im Internet wurde ich auf einer echt tollen Seite schnell fündig und filtere die ca. 20 angebotenen Resorts und Hotels schnell nach Kosten durch. Übrig blieb ein kleines Resort im Südosten der Insel für 350 THB/P/Nacht. Das war doch sehr akzeptabel und so stellte ich gleich einmal für das gesamte Wochenende eine Anfrage, die innerhalb kürzester Zeit bestätigt wurde. Also hieß es, schnell ab runter zu Nadine flitzen, ihr das Resort zeigen und dann auch schon die Buchung verbindlich abschicken. Es stand also fest - unser langes Wochenende würden wir auf Koh Tao verbringen und am Freitagabend sollte es bereits für uns losgehen. Tja, aber wie hinkommen.
 Das war dann gleich die nächste Hürde. Um nach Koh Tao zu kommen, muss man entweder mit dem Bus 8 Stunden fahren oder mit dem Zug. Da wir keine Plätze vorher reserviert hatten, befürchteten wir, dass die Züge viel zu voll wären und entschlossen uns (wohlgemerkt am Freitagnachmittag), mit dem Bus nach Koh Tao zu fahren. Auch da gab es zeitlich nicht die riesen Auswahl und so machten sich Nadine und ich am Freitag gegen 18 Uhr mit dem Bus auf in Richtung Busbahnhof. Der liegt wohlbemerkt im äußersten Westen der Stadt, wobei unser Apartment im äußersten Osten der Stadt liegt. Wir hatten also gemütliche (und aufgrund der Klimaanlage in den Expressbussen auch sehr kalte) 2 Stunden Fahrt vor uns. 
quietschvergnügt und tiefgekühlt
damit jeder weiß, wem man Platz machen muss
 Endlich am Bahnhof angekommen hatten wir noch 30 Minuten Zeit, bis unser Bus fahren sollte. Also schnell ab zum Schalter der Überlandbuslinien und da war es... schön groß, sodass man es auch ja nicht übersehen konnte... ein Schild an jedem möglichen Schalter: "Alle Busse nach Chumpon oder Phuket sind ausgebucht." Na toll... und nun? 
Tja, da standen wir nun etwas planlos und überlegten gerade, ob wir uns zum Bahnhof machen sollten, in der Hoffnung, dass im letzten Zug  und 22:50 Uhr noch etwas frei sein würde, als uns ein Typ der ganz anderen Art ansprach. Der Herr fragte uns prompt, wo wir hin wöllten und gab nach unserer Antwort bekannt, dass er noch einen Bus hätte und er "take care about us" machen würde... Naja, Nadine und ich waren schnell einer Meinung, dass uns das dann doch etwas zu unseriös vorkam und gingen an ihm vorbei durch die Reihen, der sich anstauenden Menschen. An einem seitlich gelegenen Schalter fragten wir noch einmal nach, ob es wirklich keine Busse mehr in den Süden gäbe, als uns ein Frau ansprach. Auch sie hatte noch ein paar Tickets für den gleichen Preis wie der mysteriöse Herr vorher und bot uns Plätze an. Hin und her gerissen, was man in solch einer Situation nun tun sollte, entschieden wir uns dann leider 2 Sekunden zu spät dazu, ihr zuzusagen, da sie die letzten Tickets gerade an ein Pärchen verkauft hatte. Da standen wir nun wieder... und immernoch ohne Ticket in den Süden. Nach kurzer Absprache entschlossen wir dann doch, unseren ganzen Schweinehundmut zusammen zu nehmen und noch einmal auf den Typen zuzugehen, der ja noch Tickets hatte. Er war auch gleich ganz erfreut und holte seine Dame ran, die uns die Tickets verkaufte. Naja, soweit so gut. Er brachte uns dann zu einer Bank vor dem Busbahnhof und wurden (wie 20 andere Leute auch) dort aufgefordert, zu warten. So saßen wir dann da und warteten ab, was da so kommen würde.
Publikum noch stundenlang wartete auf Bumerang
Der Bumerang kam dann gegen 22:15 Uhr in Form eines sprintenden Typs an uns vorbei gehuscht. Wir sollten ihm wieder einmal folgen und so führte er uns in eine Seitenstraße des Busbahnhofs, wo ein großer Reisebus auf uns wartete. Tja, was man halt so unter Reisebus versteht - bunt bemalt in leuchtenden Farben mit bunten Lichtern verziert und Karaokemonitoren ausgestattet... Na das konnte ja was werden. Nadine und ich sahen uns kurz an und beschlossen dann, der Sache zu vertrauen und stiegen in den Bus ein.
Und los ging die wilde Fahrt, anfangs noch sehr laut aufgrund der laufenden Karaokevideos, doch nach einiger zeit merkte auch der dümmste Busfahrer, dass alle die Nase vom Warten und Alternativbussuche voll hatten und schaltete die Geräte ab. Dann konnten wir uns endlich auch zur Ruhe legen, wobei ich innerlich mehr als unruhig war und mich an meiner Tasche festklammerte, während Nadine relativ schnell eine gemütliche Schlafposition gefunden hatte. Ab und zu hielt dann der Bus mal und machte Rast, doch je später es wurde, desto weniger Leute verirrten sich mal nach draußen. Gegen 4 wachte ich mal wieder auf und wir befanden uns irgendwo zwischen Hua Hin und Chumpon. Es konnte also maximal noch zwei Stunden dauern und so war ein Ende endlich absehbar. Tja, denkste Puppe...
Als ich das nächste Mal aufwachte war es bereits nach 6 und auf den Schildern war nur noch Suratthani ausgeschildert. Für die nicht landeskundigen Leser: Chumpon und Suratthani liegen ungefähr gute drei bis vier Autostunden voneinander entfernt... und wenn man in Suratthani ist, hat man Chumpon bereits weit hinter sich gelassen. Ich sprang also gleich beim nächsten Stop aus dem Bus und düste zum Fahrer und fragte ihn ganz lieb auf Thai, ob er denn nach Chumpon fahre. Nach einem entsetzen Blick seinerseits und danach selbstverständlich auch meinerseits, war geklärt, dass er nur nach Suratthani fährt. Na toll... Gegen 8 Uhr am Samstagmorgen fuhren wir in Suratthani ein und wurden wieder einmal in einer Seitenstraße (an deren Einfahrt der Bus erst einmal noch die Stromleitungen zwischen den Häusern mitnahm) rausgeschmissen. Da standen wir nun. Mit einem Ticket bis Chumpon, mit Gepäck in der Hand und einem gebuchten Resort auf Koh Tao und wussten wieder einmal nciht, wie es weiter gehen sollte. Tja... und wieder war ein wuseliges Männchen vor Ort, der uns seine Hilfe anbot. Er gehörte zu dem einzigen offenen Laden in der Straße - einem Reisebüro, für zu fällig dort gestrandete Reisende ;)
Naja lange rede kurzer Sinn mussten wir uns wieder einmal auf jemanden verlassen, der uns mit einem weiteren Bus (natürlich für weiteres Bares) zum Pier von Suratthani brachte (eine Stunde Busfahrt) 
und dann auch das Ticket für die Fähre nach Koh Pha Ngan besorgte. So mussten wir, da die direkte Fähre nach Koh Tao bereits gegen 8 am Pier losgefahren war, erst zwei Inseln weiter nach Koh Pha Ngan fahren, um von dort ein weiteres Boot zu finden, dass uns endlich ans Ziel der Reise bringen sollte. Auf der zweistündigen Fährfahrt von Suratthani nach Koh Pha Ngan lernten Nadine und ich (alias Emma und Susi - diese Decknamen hatten wir uns für einen komischen Typen im Bus einfallen lassen, damit er unsere wahren Daten nicht kennt) dann noch einen Canadier kennen, der erst am vorherigen Tag gelandet war und noch nichts kannte, außer seinem nächsten Schlafplatz.
Die Gelegenheit ließen wir uns nicht nehmen und entwarfen ihm eine riesige Liste, was er alles in Thailand essen, trinken, besichtigen und erleben müsste. Am Ende wäre sein dreiwöchiger Aufenthalt davon gekennzeichnet gewesen wie ein Irrer durchs Land zu reisen und mit mindestens 10 Kilo mehr auf den Rippen wieder nach Hause zu fahren, so viele Gerichte haben wir zusammen getrommelt. Na mal sehen, was er alles davon wirklich macht, denn eventuell treffen wir ihn in Bangkok nochmal wieder.
Endlich auf Koh Pha Ngan angekommen verabschiedeten wir unseren neuen Freund und suchten in einer Affenhitze unsere nächste Fähre. Gesucht gefunden hieß es dann nochmal zwei Stunden rumsitzen, bis wir endlich auf Koh Tao ankamen. Bereits die Einfahrt in die Inselwelt hatte den ganzen Stress wett gemacht.
 
endlich glücklich aber geschafft auf Koh Tao angekommen
Am rettenden Hafen angekommen suchten wir uns einen Weg durch die vielen Herren und Damen, die jemanden vom Pier abholten, um ihn oder sie in das entsprechende Resort zu bringen. Wir beschlossen jedoch, dass wir uns selbst ein Taxi oder einen Pickup suchen wollten, der uns zum Zielort bringen würde. So stiefelten wir also mit unseren sieben Sachen los und blieben bei einem netten Herrn, der sich als Niederländer entpuppte, hängen, der uns fragte, wo wir denn hin wöllten. Als wir das Resort sagten, machte er große Augen und fragte, warum wir denn dann nicht abgeholt werden würde. Das das überhaupt zur Debatte stand, wusste keiner von uns beiden und so verstaute er kurzer Hand sein Käsebrot und machte sich mit dem Motorrad (ca. 200m bis zum Pier) auf, um die Dame zu holen, die immer die Gäste vom Coral View Resort abholen würde. Währenddessen warteten wir in seiner Tauchschule, konnten auf Toilette gehen und auch Wasser trinken. Keine 5 Mionuten später kam er mit der Dame hinten drauf angedüst und sie brachte uns zu dem Pickup, der uns sicher in das Resort bringen sollte. Dass das Coral View Resort etwas am Rand Koh Taos liegt und auch die Straßen nicht befestigt seien, hatte ich bereits auch der Internetseite gelesen, doch was dann kam, das schockte uns beide schon. Die befestigte Straße ging genau bis dahin, wo ein privates Grundstück aufhörte, danachh folgte ein Schotterpfad, der aussah, als sei er vor ein paar Jahren erst entdeckt worden und seitdem auch nur mit Allradantrieb befahren worden. So ratterten und schaukelten wir also über die Straßen bis wir an eine Stelle kamen, an der es ein wenig bergauf ging - geschätze Steigung 60%, wenn ein rechter Winkel 100% wären. Das war dann jedoch erst der Anfang... nachdem wir dieses Stück bergauf passiert hatten, war klar, dass wir, um an ein Resort zu kommen, das direkten Meerzugang und eine kleine Bucht hat, wieder bergab mussten. Dass dieser Weg steiler war als der bereits hinter uns liegende war dann doch schon ein Stück Überraschung. So fuhren wir eine Straße hinab, die gut und gerne auch als Speedrutsche genutzt werden könnte. Kleine Stoßgebete, dass die Bremsen regelmäßig gewartet werden, düsten glaube ich jeden von uns durch den Kopf.
die Bilder geben leider weder die Steigung noch die Straßenbeschaffenheit richtig wieder
 An diesem Tag ließen wir uns dann einfach von nicht smehr aus der Ruhe bringen und genossen das wunderbare Resort, die Aussicht und das klare blaube Meer. Aber seht selbst. Aufgrund meiner Fähigkeit, mich für einzelne Bilder zu entscheiden, werde ich noch eine Diaschau am Rande des Blog öffnen, wo mehr Bilder zu finden sind.  ;) Genießt die Aussicht!
unser Häuschen klein und fein
leider nur sehr klein, Ameisen überall, die Dusche war praktisch im Klo (Schlauch ist zu sehen) und es gab nur kaltes Wasser; aber ansonsten richtig schön (das Dach war leider auch undicht - zum Glück hat es nicht geregnet)
 
 
 So viel vorerst zu unserem ersten Tag auf Koh Tao. Fortsetzung folgt!

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

oh wow, das klingt sehr nach abenteuer. biste denn auch an den strand noch gekommen? haste schildis gesehen?
hät ja nicht gedacht, das da alles soweit weg ist voneinander. ihr wart ja fast nen tag unterwegs?!
kussi.
Kerstin

Franzi hat gesagt…

ja am Strand war ich auch. Die weiteren Ausfuehrungen der anderen Tage kommen noch, wenn ich wieder in Bangkok bin, denn jetzt bin ich erst einmal in Indien fuer eine Woche fuer mein Zwischenseminar.
Ne Schildkroete habe ich aber leider nicht gesehen, aber dafuer Haie.