Samstag, 5. November 2011

Schulöffnung 07.11.2011 oder "der Blick in die Ferne"


Frühere Schulöffnung am Montag 07.11.11
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Liebe Schulgemeinschaft


Swiss School Bangkok öffnet am Montag, 07.11.11. für SchülerInnen, Lehrkräfte und Angestellte. Um 07:30 findet in der Turnhalle eine kurze Informationsrunde (ab Klasse 4) durch die Schulleitung statt, bevor im Anschluss daran der Unterricht nach Stundenplan aufgenommen wird.

!  - Pausenbrotverkauf: Entfällt
!  - Nachmittagskurse: Entfallen, um einen einheitlichen Rücktransport zu gewährleisten
!  - Loy Krathong (Do, 10.11.11) : Entfällt, normaler Unterricht
!  - Laternenumzug (Fr, 11.11.11): Entfällt

!  - Samstag, 12.11.11: Kompensationsunterricht (Dienstag-Stundenplan): s. Notfallplan

Gestern Abend erhielten wir vom Bildungsministerium die schriftliche Genehmigung zur Schulöffnung am Montag, 07.11.11. Darauf fand auf der Schweizer Botschaft ein Treffen zwischen Schulleitung, Schulvorstand, einem Schweizer Sachverständigen und Botschaftsvertretern statt, bei dem die allgemeine und schulspezifische Sicherheitslage im Zusammenhang mit der Hochwassersituation analysiert und das weitere Vorgehen definiert wurde.

Das weitere Vorgehen beruht auf folgenden Grundlagen:

Sicherheit zuerst: Wir werden die Hochwassersituation weiterhin ständig sehr genau beobachten. Falls das Wasser auf das Schulgelände fliessen oder einer grossen Mehrheit der SchülerInnen den Schulbesuch verhindern sollte, werden wir die Schule wieder schliessen.


RIS-Dienstleistungen: RIS unterstützt unsere frühere Schulöffnung und hat uns für kommende Woche freundlicherweise Teile der Kantine (Sie können Ihrem Kind auch gern ein Pic-nic mitgeben; bis Basisstufe Set Lunch) und die Schulklinik zugesagt.


Transport: Schulbusse werden nicht in flutbetroffene Stadtteile entsandt. Betroffene Familien, die ihre Kinder nicht selber zur Schule oder zur nächstgelegenen bedienten Abholstation begleiten können/wollen, können von einer der unten genannten Alternativen Gebrauch machen. Achtung: Reisezeiten können unterschiedlich kurz oder lang ausfallen.

Montri wird die Familien, die nicht transportiert werden können direkt benachrichtigen.

Uns allen ist bewusst, dass einige unserer Familien leider von der Flut in Mitleidenschaft gezogen worden sind und hoffen, dass sich deren Situation schnellstens wieder normalisiert. Um allen unseren SchülerInnen ein optimales Lernen zu ermöglichen, bieten wir ihnen deshalb folgende Alternativen an:


Gastfamilien: Für Familien, deren Zuhause von der Flut betroffen ist, koordiniert Frau Michaela Supik vom Elternbeirat ( michaela@supik.de ) einen freiwilligen internen Gastfamilienservice, damit deren Kinder (ab Klasse 2) vorübergehend in der Nähe der Schule untergebracht werden und die Schule besuchen können.


Fernunterricht: SchülerInnen, denen ein Schulbesuch flutbedingt unmöglich ist, erhalten Fernunterricht.


Das Notfallszenario im Falle einer Schulschliessung wegen Hochwassergefahr sieht wie folgt aus:

Sollte sich die Situation tagsüber nachteilig verändern, werden wir die Eltern sofort über den Rücktransport informieren, die auf dem Schulgelände wartenden Schulbusse damit beauftragen und die verbleibenden SchülerInnen vor Ort betreuen, bis diese sicher von den Eltern abgeholt werden können.

Der am 28.10.11 kommunizierte Notfallplan bleibt erhalten, sollte die Schule über längere Zeit wegen Hochwasser geschlossen bleiben müssen. In der kommenden Woche prüft eine Taskforce Optionen für eine etwaige Schulverlegung in der Zeit zwischen Woche 14 (14.-18.11.11) und den Weihnachtsferien.


Wir bitten jede einzelne Familie, die genannten Grundlagen für sich sorgfältig zu durchdenken und dann zu entscheiden, ob sie diesen zustimmen oder nicht und ihr Kind in der kommenden Woche zur Schule schicken wollen oder nicht.


Wir sind uns bewusst, dass die Situation nicht ideal ist. Da aber noch kein absehbares Ende der Hochwassersituation zu erwarten ist, sind wir überzeugt, dass es im besten Sinn unserer SchülerInnen und deren Lernen ist, so viel Unterrichtstage wie möglich an der Schule stattfinden zu lassen und dabei gleichzeitig das Risiko so gering wie möglich zu halten.

In diesen unsicheren Tagen, an denen sich Informationen ständig ändern können, bitten wir Sie, regelmässig die Schulwebseite, das Intranet, die Klassenwebseiten, die E-Mails und Ihr Handy zu überprüfen, v.a. morgens vor der Abfahrt zur Schule.

Wir danken Ihnen für Ihr geduldiges Ausharren und freuen uns, Sie am Montag wieder an der Schule begrüssen zu dürfen.

Mit freundlichen Grüssen

Michael Gwerder
Direktor


Tja also ich muss schon sagen, dass ich darüber mehr als verwundert bin. In den letzten zwei Wochen, die wir aufgrund der Hochwassersituation geschlossen hatten, war nichts und wir harrten in unseren Wohnungen aus, hatten größtenteils Langeweile und suchten uns eigene Projekte. Doch nun, wo sich die Situation unerwartet ändert, öffnen wir wieder. 
Was ich damit meine? Wir haben zu lange den Blick in die Ferne schweifen lassen, haben uns überlegt, wie wir anderen in Pathum Thani oder in den Randbezirken von Bangkok helfen können, dass wir nicht bemerkt haben, dass wir selbst bald im Wasser sitzen. Als wir gestern bei den so genannten "roten Stühlen" - einem offenen Restaurant, dass eben nur mit roten Stühlen ausgestattet ist und welches sich keine 100 m von unserem Apartmenthaus entfernt befindet - essen waren, fiel uns eine große Pfütze davor auf. Es sahaus, als ob eben jemand einen großen Bottich voll Wasser ausgekippt hatte, und das Wasser eben nicht so schnell ablief, sodass die Leute eine Holzpalette hineingelegt hatten, damit man trockenen Fußes essen gehen konnte...
Heute war es nicht mehr möglich trockenen Fußes sich in das Restaurant zu begeben, da nun die ganze Straße voll ist. Das, was keiner so recht erwartet hat, ist eingetroffen. Das Wasser kommt nicht von den Klongs, die volllaufen, sondern von unten aus der Kanalisation.
Ich habe mich heute auf den Weg gemacht, um die nähere Gegend nun doch mal unter die Lupe zu nehmen, nachdem wir so lange angenommen hatten, dass das Wasser nicht hie sei. Doch da es nun quasi vor der Haustür steht wollte ich wissen, wie die Lage um uns herum aussieht.
 Dies ist genau vor dem Restaurant "den roten Stühlen". Ein bisschen weiter unsere Straße runter (keine 50 m weiter) kommt das Wasser vor dem Tesco Lotus und Seven Eleven auch an...
 Ich bin dann, da ich mir sicher war, dass im Perfect Place alles daran gegeben werden würde, das Wasser draußen zu halten, unseren zweiten möglichen Weg zur Schule gefahren. Dieser führt über die Marktstraße, die nur eine Soi parallel von unserer 164 ist und von dort gelangt man durch eine kleine Überführung in eine Wohnsiedlung der Thais, durch die man hindurchfährt und am Ende quasi von hinten durch das Perfect Place hindurch kommt, bis man am See kurz vor unserer Schule heraus kommt. Dieser Weg ist auch kürzer und so fahre ich ihn sehr gern. Vor ungefähr einer Woche bin ich diesen auch noch komplett gejoggt...
Jetzt sieht es dort so aus!
von oben: auf dem Weg von der 164 zur 166 (das ist nur eine Straße weiter) und zwar in unserer Parallelstraße 164/9 (ich bin in der 164/5 auch das ist nur 2 Parallelstraßen daneben)
die beschriebene Überführung der Marktstraße zur Wohnsiedlung
noch auf der Überführung - geradeaus ist unser Weg zur Schule
Blick nach links

 Der Blick in die Seitenstraßen verhieß nichts Gutes, doch was dann kam, hatte ich nicht erwartet...

die Straße macht einen Knick nach links...
im Linksknick
dann die Straße vor mir - das war der Anfang vom Ende - wörtlich zu nehmen, denn der Weg bis zur Schule ist mit dem Fahrrad nicht mehr befahrbar...
 Als ich den Mann auf mich zufahren sah, dachte ich mir, dass ich dort lieber an der Ecke stehen bleiben würde, um wenigstens noch halbwegs trocken zu bleiben. Ich stand bereits mitten im Wasser und obwohl ich auf dem Sattel saß, war ich bis zur Mitte der Wade im Wasser, wenn ich fuhr.
 Ich stellte mein Fahrrad auf einem erhöhten Bürgersteig ab, um die Situation einzufangen. Diesen Bürgersteig zu finden war gar nicht so einfach, da das Wasser ziemlich dunkel ist und ich den Bordstein erst spät erkennen konnte.
da fahren wir normaler Weise lang und da bin ich letzte Woche auch noch langerannt, ohne einen Tropfen Wasser...
 
 Ich habe dort dann entschlossen, den Weg von der anderen Seite zu versuchen, dass heißt durchs Perfect Place zur Schule zu fahren und mir die Situation dieser Straße noch einmal von der anderen Seite anzusehen.
Im Perfect Place war alles - wie erwartet - trocken und man sieht oftmals große Pumpen, die das Wasser aus dem teuren Viertel in die Klongs pumpen, ohne Rücksicht auf die dort lebende arme Bevölkerung. Da kann einem schon wirklich die Wut hochsteigen, wenn man das sieht.
die letzte Soi der 164... danach kommt das trockene Perfect Place
 Das einzige, was außer dieser kleinen Stellen im Perfect Place noch nass war, waren die drei riesigen Springbrunnen, die dort im See und in kleineren Wasserflächen eingeschaltet waren. Das ist doch echt makaber!
diese Pumpen bringen das Wasser aus dem Perfect Place raus, bzw. halten es gleich draußen
 Ich bin also quer durchs Perfect Place bis zum See gefahren und habe dort die Straße genommen, die ich normalerweise von der schule zurück fahre, wenn ich nicht durchs Perfect Place zurückfahren will. Der Anfang war noch ganz normal - es werden viele neue Häuser direkt am See für eine zweite "Lake Zone" aus dem Boden gestampft und der Boden war genauso staub trocken, wie im Perfect. ich erreichte die einzige Brücke, die man auf diesem Weg überqueren muss - weiter kam ich auch nicht...
 Ich möchte euch mit diesen Bildern nicht verunsichern oder beunruhigen, doch ich habe euch versprochen, dass ich euch auf dem Laufenden halte und so sieht es derzeit nunmal um mich herum aus. Ich habe derzeit keinen Grund aus Bangkok raus zu gehen und werde hier bleiben... Im 6. Stock bin ich sicher. Und ab Montag muss ich ja Dank unseres Schulleiters auch wieder zur Schule - mal sehen, wie viele noch da sein werden... Ich drück euch ganz lieb.

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