Dienstag, 9. August 2011

Wellengang!

Nun habe ich euch von den schönen Seiten der Schnorcheltour ja bereits erzählt, dich nun kommt der weniger schöne Teil...
Auf der Rückfahrt von Koh Nangyuan nach Koh Pha Ngan war extremer Wellengang. Wir waren es ja gewohnt, dass es am Nachmittag bzw. frühen Abend ordentlich zu stürmen begann, doch auf See macht das keinen richtigen Spaß. Bereits auf der Fahrt von Koh Nangyuan nach Koh Tao, von wo der Catamaran uns wieder nach Koh Pha Ngan bringen sollte, hatten wir ordentlichen Seegang und uns wurde ein bisschen mulmig im Magen, aber irgendwie war es halt noch ein lustiges Geschaukel, was im Bauch kribbelt. Was dann allerdings kam, hätten wir im leben nicht gedacht. Wir stiegen in Koh Tao in den Catamanran um und setzten uns gemütlich hin, als Kerstin bereits in der Ausfahrt aus der Bucht zu mir sagte, dass wir doch ganz schönen Wellengang hätten. Ich verneinte die s und erinnerte mich an meine Fahrt mit dem Longtailboot auf Koh Phi Phi, auf der wir wie eine kleine Nussschale zwischen den hohen Wellen hin und her geschubst wurden. Dagegen waren die maximal ein Meter hohen Wellen in der Bucht gar nichts. Doch ich hatte eines vergessen... Wir waren eben noch in der Bucht!
Als wir die Bucht von Koh Tao verlassen hatten, wurde uns das ganze Ausmaß des Sturmes erst bewusst.Die Wellen waren keine Ahnung wie hoch, kann man schwer schätzen, aber das einzige was mir nach ein paar Minuten Fahrt bewusst war: Das wird ein hartes Stück Konzentration, um dort ohne ... wieder raus zu kommen. Bereits kurz nachdem wir das offene Meer erreicht hatten, teilten die Crewmitglieder schwarze Plastiktüten an alle aus, die aussahen, als hätten sie es nötig. Zu diesem Zeitpunkt ging es uns beiden noch recht gut und so ging der Herr an uns vorüber ohne eine Tüte da zu lassen. Nachdem jedoch Kerstin immer blasser und ruhiger wurde, gab ich dem Herren hinter der Getränketheke zu verstehen, dass ich eine Tüte bräuchte... dringend!!! ich konnte leider nicht aufstehen und ihr selbst eine holen, da ich als dritte in der Reihe direkt am Fenster saß und die beiden neben mir immer mehr anfingen, den Vordersitz zu hypnotisieren und sich zu überlegen in welche Richtung sie sich im Notfall beugen würden.. wen der Banknachbarn mag ich am wenigsten ;)
Naja als die Tüte endlich kam, ging alles ganz schnell: Tüte da und schwub abgetaucht. Die arme Kerstin tat mir echt Leid. Doch sie sollte bei weitem nicht die einzige sein und so wurde ich unweigerlich Zeuge eine ganzen Konzerts... Naja ich wandte meinen Blick aus dem Fenster und versuchte mich auf den Horizont zu konzentrieren. Das war gar nicht so einfach, da der immer mal wieder wo anders war... Vielen hätte das schon gereicht, doch so konnte ich am besten abschätzen, wann wieder ein großes Loch kam und wann eben nur die mittleren. Naja im Endeffekt war jede weitere Welle einfach nur pure Konzentration und als wir endlich am rettenden Hafen in Koh Pha Ngan ankamen und wankend zum Ausgang torkelten, taten uns die Insassen, die noch eine Dreiviertelstunde weiter bis nach Koh Samui mussten extrem Leid. Man sah ihre Gedanken schon ihren Gesichtern an - bleicht, der Blick gesenkt, viele mit einer Tüte in der Hand. Tja aber rettender Hafen war erst einmal falsch gedacht... Als unser Catamaran versuchte an dem Pier anzulegen stellte sich schnell heraus, dass der Ausstieg schwieriger werden würde, als erhofft. Da die Wellen bis in die Bucht ihre Wucht nicht verloren, wurde unser Boot immer wieder (eben im Abstand jeder Welle) gegen die Wand des Piers geschlagen. Und damit meine ich nicht nur ein leichtes Rütteln, das das Boot erschütterte, sondern richtige wuchtige Stöße, die jedem die Beine wegzogen, sodass wir in den Gängen im Boot standen und uns an den umliegenden Sitzen festkrallten, um auf den Beinen zu bleiben.
Beim Ausstieg fühlte ich mich ein bisschen an meine Kindergartenjahre zurück erinnert - auf dem Schiff noch fassten dich zwei Leute an den Armen an, packten richtig zu, damit du auch ja nicht umfällst und in der Rinne zwischen Boot und Pier verschwindest und auf dem Pier nahmen dich zwei weitere Personen in Empfang, die dich den anderen abnahmen und dich ebenfalls an den Armen festhielten, bis du sicher auf dem Pier standest. Naja, war ne ganz schön wacklige Angelegenheit und die ständigen Rufe "immer nur einer, langsam, langsam", in in unseren Ohren widerhallten, machten es nicht besser.
Endlich festen Boden unter den Füßen konnten wir uns jedoch immer noch nicht richtig freuen, da das Boot noch unter uns zu sein schien. So entschlossen wir, nicht mit dem Taxi zu fahren, da wir die Befürchtung hatten, jede Bodenwelle wäre zu viel für unsere Mägen.
Naja, so viel nun also zu diesem Part der Reise ;)

Nach diesem Ausflug hieß es dann leider Abschied nehmen von Koh Pha Ngan in der Hoffnung, dass die Fahrt zum Flughafen weniger schaukelig werden würde. Das wurde sie auch wirklich, dafür hatten wir Turbulenzen auf dem Flug...Naja, man kann halt nicht alles haben ;)

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

jaja....ich hasse boot fahren. das fliegen geht aber weiterhin. :) nun bin ich im sicheren berlin ohne wasser und sonstiger wetterphänomene. das war was... Kussi Kerstin